Eigensinniger Zeitgeistler: Manfred Schwab zum 70.

[13.10.2007] In seinen Schriften dichtet und erzählt er mit Witz und Charme, sind seine Sätze ehrlich Angestossenes. Manfred Schwab ist kein Schriftsteller des langen und er ist ein Dichter, der den Charme nicht zu kurz kommen lässt. Auf den Punkt hin bringt er seine Anliegen hervor. Anliegen, die ihn beschäftigen, sei das nun die Liebe, das Leben oder die Arbeitswelt. Ein Gewerkschaftler, Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller VS (in ver.di), den er auch mit dem Vorsitz inne hatte. Und Mitglied im „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“. Dieser wird ihm, im Rahmen der „Dullnraamer 10“ Präsentation am Sonntag, 14. Oktober im KUNO Kulturladen Nord (Beginn 16 Uhr) den Meistersingerbrief überreichen. Eine Auszeichnung, die zuletzt der verstorbene Lyriker Walter Zahorka erhalten hat.

Manfred Schwabs Veröffentlichungen sind zahlreich. Über Beiträge in Anthologien, die sich in erster Linie mit gesellschaftlichen Themen wie Rechtsextremismus und Gewalt – alles in Absage gedichtet – beschäftigen oder eigenen Bänden, wie im Jahr 2005 „Poetisches Tam Tam“, in welchem der Schriftsteller ein Resümee aus vierjahrzehnten seiner schreibenden Tätigkeit wiedergibt. Aber auch Bühnenstücke verfasste er, die vor allem in Gräfenberg, seinem Wohnort, aufgeführt worden sind. Dort setzt er sich auch zur Wehr, wenn alljährlich die NPD aufmarschiert. Nach Ligurien verzieht er sich, um das erworbene Bauernhaus zu renovieren, Olivenbäume zu kultivieren und zu schreiben. Seine poetischen Versuche sollen Denkanstösse sein. Bescheiden tritt er mit ihnen auf, findet eine Sprache, die zuhören lässt. Die Art und Weise seines Vortragens haut in keine Kerben, auch wenn sie eigensinnig sind – wie er selbst. Manfred Schwab legt keinen Wert auf grosse Zaubereien. Oder gar Verschnörkelungen. Dazu erklärend eine Antwort, die er einmal gab: „Die Vergegenwärtigung des Schönen und Guten auf der Welt ist die notwendige andere Seite des Engagements wider die Leidensstifter.“ Bertold Brecht, einer seiner Lieblingsautoren, würde ihm dazu wohl die Hand reichen.







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