Amerypreis 2007: Laudatio für Zaimoglu

Feridun, der Eroberer. Laudatio anlässlich der Verleihung des Carl-Amery-Literaturpreises an Feridun Zaimoglu

von Rolf-Bernhard Essig

Togliatti liegt in Russland, 750.000 Einwohner, eine Autostadt aus der Retorte wie Wolfsburg, benannt nach dem italienischen KP-Chef, der Fiat-Pläne als Geschenk an die UdSSR mitbrachte. Hier wird der Lada gebaut, und hier unterrichte ich ab und zu an der Universität Deutsche Literatur – Gegenwartsliteratur.

Auf dem Programm steht „Feindes Zahn“ von Feridun Zaimoglu. Im Seminarraum zwei Dutzend Studentinnen, die meisten unter 20. Dass ein gebürtiger Türke deutscher Schriftsteller sein kann, ist für die vielvölkergewohnten Studenten keine Überraschung. Dass eine Erzählung eine Vergewaltigung zum Thema hat, schon. „Wir kennen das, man liest es immer wieder in der Zeitung“, heißt es. Aber darüber zu sprechen, ermöglicht erst die Geschichte. Wie schüchtern waren die Studentinnen sonst! Doch diese Kurzgeschichte berührt sie zu sehr. Sie sprechen über die Vergewaltigte, die in Lethargie und Waschzwang kein Heil findet, über ihren Mann, den verzweifelte Rachepläne zerfressen. Nah am Thema und nah am Text bleibt das Gespräch. Das Problem von Gewalt, die wieder Gewalt zeugt, diskutieren die Russinnen so genau wie die oft archaische Sprache und ihre vorwärts drängende Eindringlichkeit. Vielleicht wirkt Zaimoglus Text besonders stark, weil in Russland, trotz guter Ausbildung in Theorie, Literatur sehr persönlich genommen wird.

Als ich vor einigen Wochen gebeten wurde, heute die Laudatio auf Feridun Zaimoglu zu halten, fielen mir diese Stunden in Togliatti wieder ein und die seltsame Reise bis dahin. Da wird 1964 jemand in Bolu geboren, kommt als Kleinstkind hierher, infiziert sich in München-Moosach mit der deutschen Sprache, verliebt sich viele Jahre später in sie, schreibt Bücher, erobert sich von Kiel aus fast im Handstreich einen Platz in der hiesigen Literatur, so dass ich als Kritiker in Bamberg auf ihn aufmerksam werde und seine Texte mit nach Russland nehme, wo er sich ebenfalls als siegreich erweist.
Friedrich Rückert sagte einmal, mit jeder Sprache, die man lerne, öffne sich eine neue Welt. In gewisser Weise gilt es auch für Schriftsteller von Format, die eine eigene Sprache erschaffen. Rückert eröffnete sich über 40 neue Welten, darunter die türkische. Er war ein Sprachgenie, ein unvergleichlicher Reim- und Verserfinder, und er war ein geradezu glaubenswütender Autor. Heute scheint die Gattung gottgeschlagener Schriftsteller beinahe ausgestorben zu sein. Vor dreißig Jahren gab es noch Heinrich Bölls antikatholische Frömmigkeit und bis vor zwei Jahren Carl Amery, der mit seiner christlichen Ökologie die Amtskirche aufbrachte, der die Herrscher des Glaubens mit scharfen Worten angriff, der Glauben und Wissen und Sprachfreude verknüpfte, der forderte, persönlich Ernst zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Es ist nicht der einzige Berührungspunkt zwischen dem Namenspatron des Preises und dem zu Preisenden, denn auch Feridun Zaimoglu bezeichnet sich als Gläubigen: „Ich bekenne mich zum deutschen Islam“, sagt er immer wieder. Oder: „Ich bin Moslem, und ich hasse Religion, und das ist kein Widerspruch. Ich bin streng antiklerikal.“ Schließlich: „Es gibt eine moslemische Frömmigkeit, die für mich das stärkste Bollwerk gegen den Extremismus der Sprengstoffattentäter darstellt.“

Zaimoglu geht mit seinem Glauben nicht hausieren, aber er bekennt sich zu ihm ohne Scham. Die Anrufung Gottes zu Beginn seines jüngsten Romans „Leyla“ ist keine Folklore, der Satz „unser aller Leben ist nur Gottes Erzählfluss“ kein Lippenbekenntnis.

Eine weitere Parallele zu Carl Amery ist Zaimoglus beherztes Eingreifen in die Politik. Das ging in gewisser Weise mit den ersten Bänden seiner „Kanak“-Periode vor zehn Jahren los. Als manischer Vorleser hat er schon mehr als
tausendundeine Nacht in Literaturhäusern und Buchhandlungen, in Jugendhäusern, Clubs, Gefängnissen und Schulen hinter sich. Sein literarischer Furor, die Kraft seiner Sprache, die Themen seiner Geschichten erreichten immer wieder die scheinbar Verlorenen der Gesellschaft. Da kann er manchmal schon zum Prediger werden und fordern: „Man muss seinen Türkenarsch hochkriegen!“ Zaimoglu versagt sich nicht der Islamkonferenz des Innenministers, er schreibt sogar Leitartikel, um den Deutschländern verschiedenster Couleur Bescheid zu stoßen. Die Bühne wird ihm zuweilen zu einer Art Kanzel, wenn er mit seinem Co-Autor Günter Senkel „Fünf schwarze Jungfrauen“ vorführen lässt, wie unterschiedlich selbst Islamismus sein kann und wie reflexartig vorurteilsblind noch Kulturbürger auf Moslems reagieren.

Die Bühne liegt Zaimoglu zweifellos, der sich oft als „Rampensau“ bezeichnet, der Drehbücher und Theaterstücke, darunter recht diskutable Shakespeare-Bearbeitungen geschrieben hat und seit Beginn seiner Karriere im deutschen Literaturbetrieb offensichtlich Spaß am Rollenspiel hat.
Ich erlebte einmal, wie er nach einer beeindruckenden Lesevorstellung mit „German Amok“ voller Hasswörter und Obszönität, voller Drive und Musikalität auf die Fragen eines empörten älteren Herrn mit der ihm eigenen altmodischen Höflichkeit und leisen, beinahe ehrerbietigen Zurückhaltung reagierte, was den Frager vollkommen aus der Fassung brachte. Dass sich der schimpfende Türke als höflicher Deutscher entpuppte, war nicht vorgesehen. – Der ältere Herr, ein Lehrer, erwarb das Buch und ließ es sich signieren. Ein Sieg, der an den mythischen Feridun alter Legenden erinnert.

Dieser Feridun ist ein sagenhafter Eroberer, eine Art persischer Prometheus, der den Menschen das Feuer bringt, ein Kriegsgott, der das Volk von einem kindermordenden Ungeheuer-König befreit. Einer, der mit Magie und mit der Kriegskeule umzugehen versteht.
Man kann sich kaum einen passenderen Mythos für Zaimoglu denken, dessen Texte durchaus erscheinen, als seien sie mal mit Keule, mal mit Magie, nicht selten sogar mit beidem geschrieben worden. Bezauberndes und Hartes findet sich schon in seinen Wortneuschöfpungen:
Handkuppel, Lästerteufelin, Schamzimmer, Palastjurte der Seele, Zuchtschläge, Tandkasper und Kramkasper, das untilgbare Hassmal, Rostfleckenschlieren, Fluchschleim, Weißkrönchen, die taubsture Kurierin, die Gottesbrocken, der Ungezieferbeutel, das Grillfleisch Gottes, der Plagenfleck im Herzen, das Tanzseil der Engel.

Von Anfang an hatte Zaimoglu Lust an der Erneuerung der Sprache. Es gelang ihm, weil er sie an den Rändern der
Gesellschaft und in den Tiefen der Tradition aufsuchte; nicht umsonst führte er mit „Liebesmale, scharlachrot“ den altehrwürdigen Briefroman – lustvoll reanimiert – ins 21. Jahrhundert. Tabus interessieren ihn nur als Phänomene, weit mehr interessiert ihn der Klang und der Rhythmus und die Energie der Wörter. So etwas macht der Sprache Beine, lässt sie springen, tanzen sogar. Archaisches fand sich im Slang schon vor ihm, doch er hat ihm eine breite Bahn bereitet.

Schimpftiraden, Liebeserklärungen und Prahlpathos auf Stelzen verbinden sich bei ihm ganz zwanglos.
Man könnte von einer Erfindung der einschmeichelnden Überwältigungsästhetik sprechen, weil die bei ihm häufigen extremen Härten – egal ob in Sprache oder im Geschehen – selten kraftmeierisch eingesetzt werden, sondern meistens als gut vorbereitete Effekte. Man muss den Autor nur einmal lesen gehört haben, um zu wissen, wie viel ihm daran liegt, dass Inhalte schockierender Art nicht herausfallen aus der Komposition und dem Sprachklang mit seinen vielen Assonanzen, Alliterationen und Reimen.
Eine große Freiheit, das auszuwählen, was seiner Kunst zukommt und es sich anzuverwandeln, das ist es vielleicht, was Zaimoglus Schreiben am meisten charakterisiert: Nicht umsonst stützt er sich gern auf Interviews, die er in seine Sprache verwandelt. Und so gibt es in seinem Werk – oft religiöse – Archaismen, Neologismen, (Pseudo-)Slang, Floskeln, Bildungsgut, Pathos, Zitate.
Das Melodramatische schätzt er, die großen Kontraste, die Zuspitzung: dramaturgisch und sprachlich. Das Risiko der bis zum Reißen geblähten Sprachsegel genießt er, wenn dann und wann auch die Spannung zu groß wird und eine Kitsch-Böe die pralle Leinwand reißen lässt. Er bleibt auch hier ein Romantiker, im ästhetischen und im alltagssprachlichen Sinn: Er liebt das Geheimnis der Rituale wie die Abgründe der Mystik und er lässt die Arabeske wieder zu neuen Ehren kommen.
Nicht nur in diesem Punkt kommt mir Vladimir Nabokov in den Sinn, der das Englische, das Amerikanische auf eine Weise gebrauchte, dass selbst gebildeten Muttersprachlern Blicke in den „Webster“ gut tun. Wie Zaimoglu Deutschland preist, so pries Nabokov die USA.
Vor kurzem kam Nabokov mit seinem Roman „Lolita“ als literarischer Dieb in die Schlagzeilen. Michael Maar hatte herausgefunden, dass es eine gut dreißig Jahre ältere, verteufelt ähnliche Erzählung gab, unglaubliche Namensparallelen, identische Figurenkonstellationen, Übereinstimmungen im Handlungsablauf, in den Motiven. Während Maar jedoch am Ende konstatierte, es bleibe offen, ob Nabokov den Text gelesen habe, ob er sich bewusst oder unbewusst habe inspirieren lassen oder ob es doch unglaublicher Zufall sei, stürzten sich Feuilletons auf den Fall, als hätte er „Haltet den Dieb!“ geschrien.

Verteidiger von Emine Sevgi Özdamar beklagten, auch ihr sei es widerfahren, schlimmer noch, ihre Bücher seien geplündert und gefleddert und ins Gegenteil verkehrt worden, von Feridun Zaimoglu nämlich für seinen Roman „Leyla“. Er habe die Lebensgeschichte der Autorin gestohlen, aus „Das Leben ist eine Karawanserei “ und aus „Die Brücke vom Goldenen Horn“ .
Keine Angst, ich will jetzt nicht die ganze Affäre Zaimoglu-Özdamar ausbreiten. Es gibt Menschen, die behaupten, die sei toter als Aas. Die Autoren werden anderer Meinung sein! Ganz kurz will ich folgendes klarstellen: Ich kann keine Seele wägen, nicht ein Gewissen prüfen, ob es reuerein oder sündenstolz ist. Ohne Zweifel findet man erstaunlich viele Übereinstimmungen zwischen zwei exzellenten, dabei sehr unterschiedlichen Romanen, aber die gibt es auch – und deutlichere – zwischen „Madame Bovary“ und „Effi Briest“.
Genau deshalb wäre für mich jetzt der richtige Moment, Asche auf mein Haupt zu streuen, stellvertretend für die meisten beteiligten Philologen und Kritiker. Der Aufsatz einer ungenannten Literaturwissenschaftlerin löste die Affäre aus. Er steckt aber so voller Verdrehungen, Plattheiten, Fehler, Behauptungen, dass ich den Text nicht einmal als Proseminararbeit angenommen hätte. Bei ihr gelten tote Tiere am Wegesrand in dem einen Roman gleich toten Menschen am Wegesrand im anderen. Für sie ist einmal gleich mehrfach. Dass hier eine Katze auf dem Friedhof verscharrt wird und es da beinlose Friedhofskatzen gibt, ist ihr ein Plagiatsbeweis. Darf man wie sie einfach aus der schlagenden Schwester die schlagende Mutter machen, weil man einen schlagenden Beweis braucht? Kann man behaupten, ein Brustschnürstoff und ein BH seien dasselbe? Sind Töne und Träume und Seil und Wäscheleine und Minarette und Hinterhöfe in irgendeiner Weise identisch?
Zieht man die gefälschten, falschen und lächerlichen Beispiele ab, bleiben von den angeblich „endlos vielen Bruchstücken aus dem Werk Özdamars“ nur ein paar übrig, die durchaus zufällig sein könnten.

Und die Kritiker? Bis auf eine Kollegin der NZZ übernahmen selbst geschätzte Kritiker und Wissenschaftler wie Norbert Mecklenburg den Schmarrn offensichtlich ungeprüft! Das ist so dumm wie einer Gans Hufeisen aufzuschlagen! Dabei hätten er und die anderen nur die angegebenen Seiten vergleichen müssen. Dass sie außerdem – die Pest unserer Zeit – immer noch das Klischee des Kanak-Krawallmachers Zaimoglu bemühen, als habe der nicht spätestens mit „Zwölf Gramm Glück“ unübersehbar bewiesen, dass er sich literarisches Neuland erschlossen hat, spricht auch nicht gerade für ein Mindestmaß an kritischer Ernsthaftigkeit.

Verteidiger und Angreifer Zaimoglus gingen viel zu oft mit dem Schlachterbeil statt mit dem Skalpell zu Werke. Von einer verantwortungsvollen Scheidekunst war in der Affäre nicht viel bis nichts zu spüren.
Eindeutig ist, dass Zaimoglu mit „Leyla“ eine Summe seiner Bücher zieht. Es finden sich autobiographische Einsprengsel, und ich meine nicht die Geburtsgeschichte des Autors, die wörtlich aus alten Interviews in den Roman Eingang fand, sondern beispielsweise Leylas Liebe zu Shakespeare, besonders zu „Romeo und Julia“, ein Stück, das Zaimoglu bearbeitet hat. Die Tiraden des Vaters in „Leyla“: Verdanken sie sich nicht dem kanakischen Schimpfjargon, wie dieser ja alttestamentarischen und türkisch-archaischen Fluchreden viel verdankte? Die Freude am verschachtelten Erzählen und an einer Fülle von Geschichten gibt es schon in Theaterstücken wie „Casino Leger“ und in „Zwölf Gramm Glück“.

Handgreifliche wie poetische Redensarten und Sprichwörter durchziehen schließlich fast das ganze Werk, wobei Zaimoglu in „Leyla“ fröhlich deutsche und türkische vermischt. Da heißt es „verlöte deinen Mund“ und „mach mir keinen blauen Dunst vor“, oder „Schandohren aufgesetzt bekommen“ und „den Kopf aus der Schlinge ziehen“.
Neu ist eine Freude an der Genauigkeit, die Hinwendung zu den Details der Dingwelt, die in „Zwölf Gramm Glück“ zu bemerken ist, in „Leyla“ aber sehr viel ernster genommen wird. Wie schrieb Gustave Flaubert einmal: „Man müsste alles kennen, um zu schreiben. Wir Schreiberlinge alle, so viele wir auch sein mögen, sind von einer ungeheuren Unwissenheit, und wie doch dabei alles Ideen und Vergleiche liefern würde. … Es gibt in der Poetik von Ronsard ein merkwürdiges Gebot:
er empfiehlt den Dichtern, sich bei den Künstlern und Handwerkern zu unterrichten, bei den Schmieden, Goldschmieden, Schlossern, usw., um dort Metaphern zu finden.“ Zaimoglu hat sich kundig gemacht in fraulichen Tätigkeiten wie Bügeln, Sticken, Häkeln, er suchte die genauen Bezeichnungen bäuerlicher Geräte, vertiefte sich in die vorstädtische Alltagswelt vor sechzig Jahren, um die richtigen, oft fast verlorenen Ausdrücke im Deutschen zu finden. Diese Erdung gibt ihm die Freiheit, Märchenhaftes einzubinden wie einen Mädchenausflug in ein fast schon Karl May’sches Wildes Kurdistan.
Aber es geht hier nicht um eine Analyse von „Leyla“, sondern um die Würdigung eines Autors, dem viel gelungen ist, der in der deutschen Literatur offenbar noch viel vor hat. Wir dürfen auf Überraschungen gespannt sein. Wie Carl Amery sich seine Schreibfreiheit bewahrte, indem er sich über die strenge Scheidung in Hochliteraturgenres und Trivialliteraturgenres hinwegsetzte, obwohl das seinen Ruf beschädigte, so wird Feridun Zaimoglu sicher experimentierfreudig bleiben, hungrig, lustvoll und – wie man früher sagte – ein Ringender, der Risikos nicht scheut, sondern bewusst eingeht.

„Feridun, der Eroberer“, so habe ich meine kleine Lobrede benannt. Ein paar seiner erfolgreichen Schlachten habe ich schon erwähnt, aber eine fehlt noch, sein in gewisser Weise größter Triumph vielleicht. Ihm gelang nämlich, wovon Hunderttausende von Türken vor vierhundert Jahren geträumt hatten: Er eroberte Wien, als er in einer viel beachteten Kunstaktion gleich schockweise türkische Banner im Herzen der Habsburger-Metropole auf der und um die Wiener Kunsthalle herum hisste. Was gab das für ein Geschrei!

Für sich selbst hat er jüngst – ganz klassisch und doch ganz unkonventionell – die Ewige Stadt erobert. „Rom intensiv“ heißt der Band, in dem er quälende Sehnsucht beschreibt: erst die nach Deutschland während seines Aufenthalts in der „Villa Massimo“ und dann die nach Rom, als er es verlassen hat. Zaimoglu erzählt, wie er einmal auf dem nächtlichen Campo dei fiori eine Berliner Blechbläserformation erlebt. Das improvisierte Platzkonzert der Nordländer bringt die Südländer im Wortsinn aus dem Häuschen und zum Tanzen. Einer Balkon-Julia kredenzt die Band ein Liebeslied, das die Römer umher mitsingen. Rausch erfasst alle. Als die Musik aufhört und die Menge wie wild applaudiert, spürt Zaimoglu mit all den anderen Menschen, dass dies ein Augenblick vollkommener Schönheit war. Er ist vorbei und gerade deshalb so deutlich zu spüren. Für einen mystischen Moment ist seine deutschitalienische Doppelsehnsucht gestillt.

Sehr geehrter Herr Zaimoglu, mögen Sie weitere künstlerische Eroberungen machen, hier, im Süden, im Osten oder Westen, mögen Sie aus sieben Bächen siebzig Forellen fischen, möge sich Goldstaub auf ihr Dach legen und mögen Sie weiterhin ihrem Namenspatron Feridun Ehre machen, indem Sie Ihr Land befeuern und ihm dann und wann Feuer unterm Hintern machen!

Und damit auch von mir:

Herzlichen Glückwunsch zum Carl-Amery-Preis!

P.S. Bevor Plagiatsvorwürfe erhoben werden: Eine ganze Reihe von Redensarten und Sprichwörtern wurden „Leyla“ aus gegebenem Anlass entnommen. R.-B. E.








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