»Literatur verbindet – Menschen und Regionen«

Bayerische Literaturtage wiederbelebt


[13.03.2007] Unter diesem Motto finden im April 2007 durch die neue Zusammenarbeit von VS-Bayern (in ver.di) und Kester-Haeusler-Stiftung und mit der Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst nach längerer Pause wieder Bayerische Literaturtage statt.

Vier Tage lang werden sich in München, Erding, Fürstenfeldbruck und Herrsching Autorinnen und Autoren aus Bayern und den Partnerregionen treffen, um den kulturellen Dialog über die Grenzen hinweg in Bewegung zu halten und die Möglichkeiten künstlerischer Zusammenarbeit zu präsentieren.

 

Von den Rändern kommt die Erneuerung, da ist die Literatur keine Ausnahme. Im kleinen Grenzverkehr der Sprachen und Denkweisen entstehen genau jene produktiven Reibungen, die wir benötigen. Und da uns eines Tages sowieso „der Müll auf den Kopf fallen“ wird, wie es im Roman „Seltsame Materie“ (1999) der Ungarin Terézia Mora prophezeit wird, gilt es sich zu wappnen und im (noch) Fremden einzurichten.

Neben formalen Innovationen gibt es eine Vielzahl stofflicher und ästhetischer Einflüsse, die vor allem durch bilinguale Autoren in die deutschsprachige Literatur eingebracht werden. Denkt man an die historischen Enklaven deutscher Sprache wie die Bukowina oder Siebenbürgen, so kommt aber auch heute noch der größte Teil dieser Autoren aus Mittel- und Osteuropa. Insbesondere Herta Müller und ihre Autorenfreunde von der „Aktionsgruppe Banat“ aus der deutschen Enklave in Rumänien haben großen Anteil daran, dass das Interesse an deutschsprachiger Literatur, die auf kleinen Sprachinseln im Ausland geschrieben wurde, nicht erloschen ist. Und es ist häufig das Erzählen vom Leben in einer anderen Kultur und Gesellschaft, das unseren Blick weitet für Fremdes und Neues.

Dariusz Muszer und Gerd Holzheimer, Josef Hruby und Bernhard Setzwein, Harald Grill und Max Blaeulich, Robert Hültner und Alfred Kommarek, Nefvel cumart und Sudabeh Mohafez, Fitzgerald Kurz und Hans Haid - diese Autorenpaarungen illustrieren die Effektivität und das schöpferische Potential, das aus den Begegnungen von Autoren, die aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen kommen, entstehen kann. Es bedarf der kontinuierlichen Pflege dieser Verbindungen, um sich wechselseitig und kreativ zu bestärken und Autoren und damit auch Leser zusammenzuführen. Diesem Ziel wollen VS-Bayern und Kester-Haeusler-Stiftung mit den Bayerischen Literaturtagen einen Schritt näher kommen.

Weitere Infos zu den Veranstaltungen

gibt es auf unserer Terminseite >>>







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