Szenische Lesung der Münchner Lesereihe »Brandloch«

aus Anlass der Bücherverbrennung 1933

Im Mai 1933 fanden in ganz Deutschland Bücherverbrennungen durch das Nazi-Regime statt, so auch auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Intellektuelle erhoben ihre Stimme zum Protest und viele, die sich nicht ins Ausland absetzten, waren im Widerstand aktiv. Ihren Mut zu eigenständigem Denken mussten sie mit Gefängnis und Folter bezahlen – ihre Namen sind heute fast vergessen und es scheint, als hätte das Nazi-Regime mit seiner Geistes-„Säuberung” gesiegt.


Sylvie Bantle, Ulrike Budde und Bernhard Miller (Bild) von der Lesereihe „Brandloch“ des VS München/Oberbayern nehmen die Spuren auf, die die Zeit zugeweht hat und lassen einige Rebellinnen und Rebellen wie zum Beispiel Charlotte Beradt, Elisabeth Castonier, Hermynia zur Mühlen, Oskar Loerke, Erich Mühsam, Sebastian Haffner, Ludwig Marcuse und Armin T. Wegner wieder zu Wort kommen.

 

Etablierte Münchner Lesereihe

Die “verbrannte Literatur“ ist ein schwieriges Thema, dennoch gelingt es Brandloch, neue Perspektiven auszuloten, zeitadäquate Ansätze zu entwickeln und damit den Zugang einer Zuhörerschaft zu ermöglichen, die bisher dieses unbeliebte Erbe deutscher Kultur umging. Als Arbeitskreis des VS-München/Oberbayern ist die literarische Reihe Brandloch seit 2 Jahren erfolgreich aktiv. Mit ihren Lesungen weckt die Gruppe das Interesse der Allgemeinheit für vergessene Werke und Namen von Autorinnen und Autoren der deutschen Vergangenheit. Einmal monatlich werden literarische Arbeiten von unbekannteren oder vergessenen Autor/Innen der verbrannten Literatur vorgestellt. Jeweils drei bis vier Autor/Innen von heute treten in Dialog mit Literatinnen und Literaten der Vergangenheit.

Zu der literarischen Vorlage entstehen aus dem Kreis der Brandloch-Aktiven neue Texte mit neuen Aspekten. Eine Auseinandersetzung und Spiegelung in Distanz oder Nähe - immer ist die Reihe Brandloch anders. In jedem Fall ein literarischer Gedankenaustausch, ein Versuch, die gewaltsam unterbrochene Rezeption der „verbrannten Literaten” wieder aufzunehmen. Für die Lesungen selbst werden unterschiedliche, freie Formen gesucht und entwickelt.

 

Anlass der Brandloch-Lesereihe ist das Engagement für die »Bibliothek verbrannter Bücher« von Georg Salzmann. Er hat rund 10.000 Bücher gesammelt, Werke jener von den Nazis verfemter Autoren, deren Schriften der Bücherverbrennung im Mai 1933 entgangen sind, darunter viele Erstausgaben. Staubtrockene Aufarbeitung von Werk und Person ist aber nicht angesagt. »Brandloch ist kein germanistisches Seminar«, erklärt Sylvie Bantle von der Gruppe, »sondern das Projekt soll Lesefreude wecken.«


Weitere Informationen:

Für die Veranstaltung:

Madeleine Weishaupt

1. Vorsitzende Verband Deutscher Schriftsteller VS (in ver.di)

Regionalgruppe Nürnberg

äussere Sulzbacher Strasse 74, 90491 Nürnberg

Tel. / Fax 0911 326 35 25

E-Mail: Email an Vs-Nuernberg

 

Für die Reihe Brandloch:

Sylvie Bantle

Mitglied Verband Deutscher Deutscher Schriftsteller VS  (in ver.di)

Regionalgruppe München/Oberbayern

Wendl-Dietrich-Strasse 14, 80634 München

Tel. 089 167 51 99

E-Mail: Email an Sylviander






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