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Unterfranken

Unterfranken kann endlich eine Regionalgruppe des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) vorweisen. Ihre erste Arbeitssitzung fand am 08. Februar in Würzburg statt. Nun ist der VS in Bayern flächendeckend vertreten. Das ist in unseren Augen deswegen so wichtig, weil der Verband auf Seiten der literarischen Urheber bundesweit der einzig professionelle Interessenvertreter ist.
Für Unterfranken hat sich die Regionalgruppe des Verbandes deutscher Schriftsteller nun folgende Ziele gestellt: die Bereicherung der literarischen Kultur zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt und der Versuch, das große Potential Unterfrankens in Sachen Literatur (Autoren, Verlage, Festivals, Veranstaltungsräume, Zeitschriften und Gruppierungen) moderierend zu optimieren.

Bild - Von links nach rechts: Klaus Gasseleder, Christoph Pollmann (Vorsitz), Helene Köppel, Krystyna Kuhn, Frank Milautzcki (Schriftführer), Petra Schneider, Markus Ungerer (stellv. Vorsitz), Reinhold Ziegler (Schatzmeister).

Es fehlen: Emil Mündlein, Christoph Schwandt und Berthold Schmitt.


Erlesen!

Literarische Sommerlese in Kitzingen

Die frisch gegründete Regionalgruppe Unterfranken im Verband deutscher Schriftsteller (VS) kommt einmal jährlich in Kitzingen zusammen. Hier wird, wunderbar organisiert vom Fachjournalisten Markus Ungerer und seiner Frau, in sommerlicher Gartenatmosphäre gelesen – und zwar aus den allerneuesten Büchern der Autoren.
Das Besondere dabei - Kollegen lesen Kollegen vor. Denn im VS Unterfranken sind die Arbeitsbereiche ungeheuer weit gestreut, die Schriftsteller arbeiten in gänzlich verschiedenen Bereichen: Kinder- und Jugendbuch, Essay, Kultur- und Fachjournalismus, Krimi und historischer Roman, beinahe alle Genres sind in diesem Regionalverband vertreten.
Das ist auch eine der Stärken dieser Gruppe, die Teil der großen bundesweiten VS-Familie mit über 4000 Schriftstellern ist. Es wird nicht über Qualität debattiert – die hat sich ohnehin erwiesen –, sondern handfeste Probleme und praktische Fragen rund um die Existenz als Schriftsteller werden erörtert.

Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden, Christoph Pollmann, las Reinhold Ziegler (Mömbris) aus dem Jugendroman „Nachtläufer“, der bei Ueberreuter erschienen ist. Ziegler entwirft darin eine apokalyptische Welt voller Dunkelheit, in der zwei junge Helden nach ein wenig Licht, nach Hoffnung suchen (siehe Foto).
Helene Luise Köppel präsentierte darauf ihren neusten Thriller: „Die Affäre Calas“. Die Schweinfurterin ist bei Aufbau unter Vertrag und „Die Affäre Calas“ ist mittlerweile ihr viertes Buch. Jedem ihrer Werke gehen lange Recherchereisen durch Frankreich voraus.
Klaus Gasseleder (Erlangen) gab mit seiner Lesung aus „Zwischen Kuhschnappel und der Thebaischen Wüste“ Einblicke in das Seelenleben des großen italienischen Autors Italo Svevo und folgte dessen Spuren nach Segnitz ans Brüsselsche Institut.
„Ach, du dicker Apfel!“ hieß das Buch aus dem Karin Schaffner (Schweinfurt) las. Sie stellte den Kollegen damit ihr Konzept vor, das gesunde Ernährung und Sprachförderung von Kindern auf spielerische Weise miteinander vereint.
Petra Schneider aus Schwabach gestaltet dann das Ende der diesjährigen Sommerlese mit ihrem Gedicht „Schneewittchen und Narziss“.
Umrahmt war die gesamte Veranstaltung durch spannende Collagen des Klingenberger Künstlers und Essayisten Frank Milautzcki.
Im Anschluss wurde bei einem Gläschen Wein und feinem Essen noch viel diskutiert, viel Fachliches, aber auch ganz Persönliches, wobei sich z.B. die Lyrikerin Petra Schneider als patente Oldtimer-Ralley-Fahrerin entpuppte, die hinter Walter Röhrl schon mal den zweiten Platz belegt hat. Ja, so sind sie die Schriftsteller – immer für eine Überraschung gut!